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Mann, Thomas (1875-1955)

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3. Die Wandlung des Unpolitschen

  • während d. 1.WK durchlief er eine Phase d. Konservativen Denkens und nationalen Fühlens, was er nie geleugnet hat
  • wurde für Landsturm gemustert # blieb verschont
  • Vortragsreisen in einige Etappenorte waren seine einzigen “Kriegerischen” Erlebnisse
  • Mobilmachung; er schrieb Heinrich:
“Ich bin noch immer wie im Traum, - und doch muß man sich jetzt wohl schämen, es nicht für möglich gehalten und nicht gesehen zu haben, daß die Katastrophe kommen mußte. Welche Heimsuchung! Wie wird Europa aussehen, innerlich und äußerlich, wenn sie vorüber ist?”
besaß noch keine Klarheit über die wirkliche Rolle des kaiserl. Deutschlands und dessen Mitschuld am Ausbruch des Krieges
Heinrich Mann: bürgerlich – demokratischer Schriftsteller, kompromißloser politischer
Denker

Thomas Mann: glaubte irrtümlich (1914) noch an einen “großen grundanständigen,
ja feierlichen Volkskrieg Deutschlands in seiner Kultur oder
Gesittung
# fühlte sich durch die “Zola” Essays von Heinrich persönlich ange –
griffen, reagierte mit “Betrachtungen eines Unpolitschen” :
  • kurz vor Kriegsende: erscheinen seiner kulturphilosophischen Essays (absichtsvoll wie anspruchslos bezeichneten “Betrachtungen eines Unpolitischen”)
# verzweifelter Versuch, die untergehende bürgerliche Gesellschaft moralisch zu rechtfertigen und Angriffen entgegenzutreten, die auf eine gründliche Veränderung des Bestehenden hinzielten
# wesentliches Dokument für eine Krise einer überlieferten nationalen dt. Bürgerlichkeit, die zugleich liberal und human sein wollte und sich hier im Gewissensspiegel eines so rechtlich wie geistigen Menschen in ihrer ganzen unauflösbaren Zwiespältigkeit enthüllt
# deshalb mehr als eine individuelle Konfession
# umfassende Bestandsaufnahme der herrschenden Idee d. ausgehenden bürgerlichen Zeitalters
# 2 Jahre Arbeit
  • unter seelischem Druck des Krieges erlebte er wohl die tiefste Krise seines Lebens (=Krise seines Zeitalters)
# rückschauend spricht er von “ausweglosen sich-durchs-Gestrüpp-schlagen” und von einer Plage, mit der er allein war
# einziger Vertrauter seiner politisch – antipolitischen Grübeleien ist Ernst Bertram
“Das Gefühl einer zeitalter – scheidenden Wende, die auch in mein persönliches Leben unweigerlich tief eingreifen mußte, war von Anfang an sehr stark in mir gewesen – es war der Grund des Schicksalsrausches, der meinem Verhältnis zum Kriege den deutsch – positiven Charakter verlieh.”
# “Schicksalsrausch” – tief sinniges Wort
  • 1918 hat seine melancholische Verteidigung protestantisch – romantisch – antipolit. dt. Geistesbürgerlichkeit weitgehend überwunden, während des Schreibens sich selbst erzogen und von Mal zu Mal sein Wissen um geschichtliche Zusammenhänge erweitert
  • Wendung des Unpolitischen zur Politik, einer aktiven Politik des Geistes
  • Entscheidung gegen Politik wäre/ist ja auch eine politische
  • Oktober 1922 Berliner Rede “Von deutscher Republik”, literarischer Hochverrat, von Reaktionären aller Schattierungen angekreidet, in Wirklichkeit stellte ideologische Überwindung der “Betrachtungen” dar
  • Bekenntnis zur demokr. Republik (gesprochen 1 Jahr vor Hitlers geplantem Marsch auf Berlin)
  • Nahestehende und Gegner glaubten nicht an eine Wendung
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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